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Warum ChatGPT Ihre Website nicht sieht, und wie Sie es prüfen
Peimaan Nazary ·
ChatGPT und Claude führen beim Lesen einer Website kein JavaScript aus, das zeigt eine Auswertung von Vercel aus dem Dezember 2024. Entsteht Ihr Inhalt erst im Browser, sehen diese Systeme nur eine leere Hülle. Ob das bei Ihnen so ist, erkennen Sie mit einem Blick in den Quelltext oder mit einem kostenlosen Check.
Das Problem: Inhalt, der erst im Browser entsteht
Viele Websites werden heute mit Werkzeugen gebaut, die den Inhalt erst im Browser des Besuchers zusammensetzen. Der Server schickt eine fast leere Seite und ein Programm in JavaScript, und erst dieses Programm schreibt Überschriften, Texte und Bilder hinein. Für Menschen funktioniert das einwandfrei.
Ein Crawler, der kein JavaScript ausführt, bekommt aber nur die leere Seite. Im Quelltext steht dann oft kaum mehr als ein einzelner Platzhalter, in den der Inhalt später geladen werden soll. Für ein KI-System gibt es auf dieser Seite schlicht nichts zu lesen, und was es nicht lesen kann, kann es auch nicht empfehlen.
Selbsttest: der Blick in den Quelltext
Sie brauchen dafür kein Fachwissen. Der Test funktioniert in jedem Browser am Rechner:
- Öffnen Sie Ihre Website und klicken Sie mit der rechten Maustaste auf eine freie Stelle.
- Wählen Sie „Seitenquelltext anzeigen“. Es öffnet sich ein neues Fenster voller Code.
- Suchen Sie darin mit Strg und F nach einem Satz, der sichtbar auf Ihrer Seite steht.
- Wird der Satz gefunden, steht Ihr Inhalt im HTML. Findet die Suche nichts, sieht ein KI-Crawler diesen Text nicht.
Der schnellere Weg: der Website-Check
Wenn Sie nicht im Code suchen möchten, nutzen Sie den kostenlosen Website-Check. Sie geben nur Ihre Adresse ein, ohne Anmeldung und ohne E-Mail-Adresse. Der Check prüft fünf Bereiche mit 22 Einzelprüfungen, und der erste Bereich ist genau diese Frage: wie viel Text eine Maschine ohne JavaScript auf Ihrer Seite findet.
Dazu kommen Titel und Beschreibung, Überschriften, Strukturdaten, die robots.txt und die Sitemap. Das Ergebnis sehen Sie direkt auf dem Bildschirm, mit den offenen Punkten zuerst.
So beheben Sie es
Die Lösung heißt Vorrendern. Die Seite wird schon auf dem Server oder beim Bauen in fertiges HTML verwandelt, sodass jeder Besucher und jeder Crawler sofort den vollständigen Text bekommt. JavaScript kann danach trotzdem Animationen und Interaktion hinzufügen, es ist nur nicht mehr dafür zuständig, dass überhaupt Text da ist. sitetakt.de ist selbst so gebaut.
Achten Sie außerdem darauf, dass wichtige Inhalte nicht erst nach einem Klick nachgeladen werden, und dass Titel, Beschreibung und Strukturdaten im HTML stehen. Ob sich das mit Ihrer bestehenden Seite lösen lässt oder ein Umbau nötig ist, hängt von der Technik ab, mit der sie gebaut wurde. Was dazu gehört, steht bei den Leistungen rund um GEO.
Und was ist mit Google?
Google kann JavaScript ausführen, tut das aber in einem eigenen, späteren Schritt. Eine Seite, die ihren Inhalt erst im Browser erzeugt, wird deshalb oft verzögert oder unvollständig erfasst. Fertiges HTML hilft also doppelt: bei den KI-Systemen und bei Google.
Und es gibt einen dritten Gewinner: Ihre Besucher. Steht der Text schon im Quelltext, erscheint er sofort, statt erst auf ein Programm zu warten. Wer Ihre Seite unterwegs auf dem Handy öffnet, merkt diesen Unterschied als Erstes.
Häufige Fragen
Betrifft das auch WordPress-Seiten?
Meist nicht. WordPress liefert seine Inhalte in der Regel als fertiges HTML aus. Ausnahmen gibt es bei Seiten, deren Inhalte über Skripte nachgeladen werden. Der Blick in den Quelltext zeigt es in jedem Fall zuverlässig.
Ist JavaScript auf einer Website grundsätzlich schlecht?
Nein. JavaScript ist für Animationen, Formulare und Interaktion völlig in Ordnung. Problematisch wird es nur, wenn der eigentliche Text erst durch JavaScript entsteht und ohne es gar nicht vorhanden ist.
Reicht es, nur die Startseite zu korrigieren?
Nein. KI-Systeme zitieren oft gerade die Unterseite, die eine bestimmte Frage beantwortet, etwa die Seite zu einer einzelnen Leistung. Diese Seiten müssen genauso lesbar sein wie die Startseite.
Quellen
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